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Geschichte von Alt-Wildungen

 

Als um 1200 die erste Burg auf den Schlossberg gebaut wurde wird auch ein Ort erwähnt, der

sich in nördlicher Richtung des Schlossberges angesiedelt hatte. Die erstmalige Bezeichnung

,,Aldin Wildungen" ist aus dem Jahre 1359 überliefert.

Nach Erhalt der Stadtrechte wurde die Altenstadt schon 1358 von einem Bürgermeister und

Rat regiert. Ein eigenes Siegel kommt 1413 vor. Es zeigt das Brustbild der Maria auf dem

halben Waldecker Stern. Eine Festlegung der Stadtrechte erfolgt 1499.

Die Bürger waren größtenteils landwirtschaftlich tätig, nur wenige waren Handwerker.

1448 wird vom Bau einer Stadtbefestigung und Stadtmauer berichtet. Die Mauer hatte eine

Höhe von vier bis fünf Metern und war mit Brustwehr und Wehrgang versehen. An ihrem

nördlichen Teil, also dem Schlosse gegenüber, hatte sie einen einzigen Wehrturm. Er hat auf

der Stelle des heutigen Hauses Käufler gestanden. (ehemals Beckmann-Conradi). Hier befand

sich auch das eigentliche Stadttor. Vermutlich war das Tor ein gewölbter Gang unter dem

Porthaus her, der innen und außen mit je einem Tor abgeschlossen werden konnte. Das

Porthaus hatte als Rathaus gedient, in ihm wohnten auch der Schließer und der Justizwärter.

Außer dem Stadttor war noch eine Notpforte vorhanden, die so genannte Hagenpforte.

1556 wird von 42 Bürger-Wohnhäusern, also ohne Burg, Burgsitze, Pfarr- und Schulhaus, mit

237 Bürgern berichtet. Rechnet man die Burgbewohner noch hinzu, so mögen es etwa 300

Personen gewesen sein, die auf der Burg und im Schutze der Stadtmauer wohnten.

1618 begann der Dreißigjährige Krieg und brachte viel Elend über die Menschen. Vom 15.

August bis 17. September lagen im Raum Wildungen etwa 7000 Schweden unter General Baner.

Nach der Überlieferung zogen die Schweden bei dem Läuten eines nachmittags ab,

weswegen noch heute in den Sommermonaten um 15 Uhr die so genannte ,,Schwedenglocke"

in Alt-Wildungen geläutet wird.

Am 6. Oktober 1763 brannte Alt-Wildungen fast restlos nieder. Die Bevölkerung hatte in

dieser Zeit schwer zu leiden. Aus dem weiten Umkreis wurde den in Not geratenen Menschen

geholfen. Der Wiederaufbau erfolgte nach einem Plan des fürstlichen Baumeister Franz

Friedrich Rottweil aus Arolsen von 1764 bis 1799. Die Stadt wurde auf einem nach Norden

vergrößerten Raum und ohne Rücksicht auf die frühere Bebauung wieder errichtet. Zwischen

den Häusern musste ein größerer Abstand eingehalten werden. Strohdächer waren verboten.

Die Stadtmauer wurde komplett entfernt.

Die Wasserversorgung war bis zum Bau der Wasserkunst im Jahre 1582 sehr schwierig, 

für Tiere mussten das kostbare Gut aus der Wilde, und für die Menschen aus der Feldchen

Quelle dem heutigen Kump geholt werden. Wegen der unzulänglichen Wasserversorgung

entschloss sich Graf Günther, ein Pumpwerk, die Wasserkunst zu bauen.

Aus der Quelle am Fuße des Schlossberges wurde das Trinkwasser durch ein Räderwerk und

hölzerne Röhren auf den Schlossberg befördert. Das zum Antrieb benötigte Wasser gewann

man aus dem Mühlengraben, der von der Lindenmühle das vereinigte Wasser aus Bornebach

und Wilde zur Herrenmühle führte. Von hier leitete man es durch eine über die Wilde gelegte

Blechrinne, dann quer durch das Tal zu einem Sammelteich. Der Wasserbehälter für das hoch

gepumpte Quellwasser befand sich in einem Häuschen südwestlich vom Schlossturm. Von

diesem wurde es direkt in das Schloss, zu dem Kump bei der Kirche und später auch zu einem

Kump auf den heutigen Schulplatz geleitet. Die Baukosten und Unterhaltungsarbeiten wurden

vom Grafenhaus, den Bewohnern der Burgmannssitze und den Bürgern der Stadt Alt-

Wildungen gemeinsam aufgebracht. Bis zum Jahre 1902 wurden das Schloss und der Ort mit

diesem Bauwerk trotz kleiner und großer Störungen mit Wasser für Mensch und Tier

versorgt. Von 1902 bis Mitte der 60-iger Jahre wurde das Wasser aus Silbachsgraben bei

Albertshausen über eine Wasserleitung zum Hochbehälter am Ziegenberg geleitet von hier

lief es mit natürlichen Gefälle direkt in die Häuser. Die Wasserkunst hatte ausgedient. Das

Pumpwerk, der Wasserbehälter und die Kümpe wurden abgerissen.

Als am 21. August 1862 der Blitz in die herrschaftliche Meierei einschlug, und diese bis auf

die Grundmauern nieder brannte wurde dieses Anwesen auf dem Gelände neben der

Giflitzerstraße großzügig ausgesiedelt. Am 01. Mai 1940 wurde Alt-Wildungen, wie auch Reitzenhagen

und Reinhardshausen, nach Bad Wildungen eingemeindet und verlor damit seine kommunale

Selbstständigkeit. Man wohnte jetzt in Bad Wildungen Nord.

Die beiden Weltkriege haben auch in Alt-Wildungen ihre Spuren hinterlassen. Viele Soldaten

kehrten nicht mehr zurück. Die Stadt selbst war verschont geblieben. So konnte Alt-

Wildungen auch für zahlreiche Flüchtlinge Unterkunft bieten. Sie kamen z.B. aus dem

Sudetenland, aus Ostpreußen, aus Bessarabien und aus dem Riesengebirge. Einige von ihnen

haben hier für immer ein neues Zuhause gefunden. Darunter waren auch Landwirte, die ihre

Betriebe durch Flucht oder Vertreibungen verloren haben.

Sie fanden zunächst auf der staatlichen Domäne eine neue Aufgabe bis diese auf Beschluss

der Regierung aufgelöst wurde. Die Ländereien wurden unter den heimatvertriebenen Landwirten aufgeteilt.

Es entstanden neue Hofstätten im Außenbereich.

Vor den Toren der Stadt, auf dem alten Domänengelände entstand die Holzfachschule, die

inzwischen europaweite Bedeutung gewonnen hat.

Anfang der 60-iger Jahre siedelten mehrere landwirtschaftliche Betriebe vom Ortskern in den

Außenbereich (Feldgemarkung) um. Dadurch konnte der alte Ortskern hauptsächlich zu

Wohnzwecken umgenutzt werden. Die Teilnahme des Ortes an der einfachen Stadterneuerung

unterstützte diese Umstellung.

2006 fand in Bad Wildungen die Landesgartenschau statt, bei der sich auch Alt-Wildungen

mit zwei Beiträgen beteiligte. Jetzt hatten wir die Möglichkeit die alte Stadtmauer in der Nähe des Schulhofes

darzustellen und auch der symbolische Nachbau der Wasserkunst zeigt

interessierten Bürgern und Besuchern die Geschichte unserer Heimat.

Durch die Jahrhunderte hindurch lebten die Bürger Alt-Wildungens mit und für Schloss

Friedrichstein und fühlen sich mit dem Wahrzeichen der Stadt Bad Wildungen auch in der

heutigen Zeit noch sehr verbunden.